Jede Pose in der Bibliothek kommt mit zwei Bildserien: einer Tiefenkarte und einer figürlosen Lineart. Beide sind zwei Darstellungen derselben Pose, ihre Dateinamen entsprechen eins zu eins, und du kannst jederzeit wechseln oder sie nebeneinander vergleichen. Das ist der größte Unterschied dieser Bibliothek zu gewöhnlichen Pose-Bildseiten.
Wann welcher Satz zum Einsatz kommt
Tiefenkarte: für das Gerüst
Eine Tiefenkarte hält fest, wie weit jedes Pixel von der Linse entfernt ist. Nah ist hell, fern ist dunkel, und Ausrichtung, Position der Gliedmaßen und Verdeckung der Figur werden zu einer „Distanzkarte“ komprimiert.
Ihr Wert liegt darin: Das Modell wird nicht von Material, Farbe oder Licht des Ausgangsbilds abgelenkt, erbt aber das Gerüst korrekt. Lege sie in den Depth-Kanal von ControlNet, und die Pose hält. Die konkreten Parameter (Gewicht ab 0.65, Steuerungszeitpunkt 0 bis 0.75, Präprozessor none) stehen in ControlNet-Tiefenkarten richtig einsetzen.
Figürlose Lineart: für die Kontur
Die Lineart trägt nur Kontur- und Strukturlinien, ohne jede Material- oder Farbinformation. Sie eignet sich für zwei Fälle: das Gerüst des Bildes behalten, ohne den Hautton von Graustufen einschränken zu lassen, und Arbeiten, die saubere Linien brauchen — Charakterdesign-Blätter, Storyboard-Raster und Ähnliches.
Vergleichsmodus: beides zugleich
Setze „Bildquelle“ im Filter der Posen-Bibliothek auf Vergleich; beim Überfahren einer Karte blendet sich die Lineart live ein, in der Vollansicht stehen Tiefenkarte und Lineart nebeneinander, oben über jeder Seite ein kleines Schild, das die Quelle kennzeichnet.
Dieser Schritt lohnt sich. Manche Posen haben in der Tiefe eine saubere Kontur und verschmieren, sobald der Arm den Rumpf überlappt; andere wirken in der Lineart präzise, während die Tiefe keine klare Staffelung zeigt. Ein früher Blick spart fünf verworfene Bilder.
Wie die 288 Pose-Sets klassifiziert sind
Die Bibliothek umfasst 288 Aktions-Sets mit 1.440 Ansichten; die Filterung hat zwei Ebenen:
- System: Ganzkörper/Einzelperson · sinnlich, Ganzkörper/Einzelperson · Standard, Oberkörper/Einzelperson, Paar · intim
- Kategorie: stehend, sitzend, kniend, angelehnt, liegend, gehend und weitere Aktionstypen
Beide Ebenen kreuzen sich. Wechselst du zu einem bestimmten System, bleiben in der Kategorieauswahl nur die Optionen übrig, für die es in diesem System tatsächlich Bilder gibt — das ist bewusst statisch umgesetzt: Die Filterbedingungen stehen fest im Seitenquelltext, und Suchmaschinen können sie auch ohne JavaScript lesen.
Fünf Winkel bestimmen die Kameraposition
Dieselbe Pose existiert in fünf Ansichten: frontal, von oben, von unten, seitlich und drei Viertel. Das sind keine beliebig gedrehten Ansichten, sondern fünf verschiedene Kamerasprachen:
- Frontal: am universellsten, für symmetrische Bewegungen
- Draufsicht: Die Figur wirkt klein und verletzlich, geeignet für Narrative von Umzingelung oder Sturz
- Untersicht: Die Figur wird gestreckt und wirkt groß, geeignet für Überlegenheit und Heldenposen
- Seitlich: Die Kontur ist am klarsten, erste Wahl für Rückenaktionen und Wirbelsäulenkurven
- Drei Viertel: zwischen frontal und seitlich, verbindet Plastizität und Wiedererkennbarkeit
An dieser Auswahl darf man nicht sparen. Draufsicht und Untersicht erzeugen völlig verschiedene Perspektiven; wer falsch wählt, wirft den Rest weg.
So arbeitet man mit der Bibliothek
- Erst das System festlegen und den Bereich auf eine Klasse eingrenzen
- Mit der Kategorie ein zweites Mal filtern; meist bleiben ein paar Dutzend
- Den Winkel fixieren und nur die benötigte Kameraposition behalten
- In den Vergleichsmodus wechseln und prüfen, ob beide Darstellungen tragen
- Die Vollansicht öffnen und das Original herunterladen oder oben rechts über „Bulk-Download“ das ganze System als Paket holen
Schritt 5 gibt es in zwei Varianten: Der Einzeldownload liefert das PNG-Original in 900×1200; der Bulk-Download packt nach „System × Winkel“, beide Bildsätze enthalten, 80 Bilder pro Paket.
Zusammenspiel mit den anderen Bibliotheken
Die Pose klärt „wie man steht“. Es folgen die Kleidung (Kostüm-Bibliothek) und das Aussehen (Porträt-Bibliothek).
Von Hand zusammensetzen ist nicht nötig — die Charakter-Kompositionsplattform zieht aus allen drei Bibliotheken je ein Element, setzt sie in dasselbe Charakterrezept und erzeugt das Kompositbild mit einem Klick.